Freitag, 18. April 2014

Dom Hemingway

Während Guy Ritchie sich von seiner Ehe mit Madonna erholt und alle paar Jahre einen neuen „Sherlock Holmes“-Film fabriziert, erreicht uns von der Insel ein stylischer Gangsterfilm in der Tradition dessen Frühwerkes. Die Titelrolle von Dom Hemingway hat passenderweise Richties Dr. Watson übernommen: Jude Law spielt einen berüchtigten Safecracker, der nach 12 langen Jahren Gefängnis wieder auf die Gesellschaft losgelassen wird. Der Versuch, sich in Frankreich von seinem Boss (mit ziemlich nervtötendem Akzent: Demian Bichir) das folgenschwere Schweigen ausbezahlen zu lassen, misslingt fürchterlich. Auch zurück in der britischen Heimat kommt Hemingway nicht back on track. Nicht einmal seine inzwischen erwachsene Tochter (Emilia Clarke aus "Game of Thrones") will von ihm wissen.

Das Problem des Films von Richard Shepard ist nicht die vermeintliche Fehlbesetzung von Jude Law in der ungewöhnlichen Hauptrolle des Cockney spuckenden Gangsters. Der macht seine Sache als backenbärtige Hackfresse mit Pechsträhne sogar ziemlich gut. Da haben sich die zehn Flaschen Cola, die sich Law zwecks Gewichtszunahme wochenlang eingeflößt haben soll, durchaus gelohnt. Auch dass der Film im letzten Drittel meistenteils in ein Vater-Tochter-Melodram kippt, funktioniert weitgehend.
Nein, letztlich scheitert Dom Hemingway eher an den eigenen Ansprüchen. Ganz so clever, wie sie allzu sichtlich gerne wäre, ist die Actionkomödie nämlich unglücklicherweise nicht. Gesehen hat man das alles schon – die fetzigen Monologe, die grellbunte Optik, die ironischen Kapitelüberschriften und überhaupt den drogenverseuchten Resozialisierungsversuch des Tunichtguts. Als gradliniger Genrefilm ginge das vollkommen klar, die etwas arg hochgegriffene Attitüde macht diesen Achtungserfolg aber leider zunichte.

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