Freitag, 13. Dezember 2013

The Way, Way Back

Mit seiner Mutter, deren neuem, äußerst unangenehmen Lebensgefährten und dessen hochnäsiger Tochter soll der 14-jährige Eigenbrötler Duncan den Sommer in einem Ferienhaus am Strand verbringen. Als sich auch die hübsche Tochter der dauerbesoffenen Nachbarin kaum für Duncan zu interessieren scheint, sieht dieser sein einziges Heil darin, tagsüber heimlich für einen nahegelegenen Wasserpark zu arbeiten. Auf diesen Zeitvertreib, der bald zu einer Art Ersatzfamilie wird, hat ihn der viel ältere Sunnyboy Owen gebracht, der den schüchternen Teenager aus der Reserve zu locken versucht. An den Abenden wird Duncan unterdessen bewusst, dass auch seine Mutter mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen hat.

Nach dem Oscar für das in der Tat sehr schöne Drehbuch zu The Descendants verantwortet das nicht nur äußerlich skurrile Duo Nat Faxon und Jim Rash erstmals eigenhändig die Umsetzung eines gemeinsamen Skripts. Etwas missmutig ließe sich resümieren, ihre Regie von The Way, Way Back gehe auf Nummer sicher, scheue jedes allzu große Risiko. Das erscheint angesichts der Qualität des Buches und der Besetzung aber auch kaum nötig. Die natürlich nicht grundsätzlich innovative Coming-of-Age-Story variieren Faxon/Rash zumindest insoweit, dass die konkreten Stationen der jugendlichen Suche unvorhersehbar bleiben. 

Steve Carell als Stiefvater in spe ist so rotzunsympathisch wie beabsichtigt, Toni Colette in der Mutterrolle der emotionale Anker innerhalb der Elterngeneration. Sam Rockwell wiederum verkörpert großartig die Ambiguitäten der vermeintlichen Vorbildfigur, eines Mannes, dessen eigene Selbstverwirklichung alles andere als abgeschlossen scheint. Zusammengehalten wird das erfahrene Ensemble indes von Liam James, der sich als Duncan seine allererste Hauptrolle nicht anmerken lässt. Auch in der Nebenbesetzung findet sich manches darstellerische Bonbon, nicht zuletzt Faxon und Rash, die es sich nicht nehmen lassen, zwei Mitarbeiter des Freizeitparks selbst zu spielen.

Als Autoren- und Regieduo halten die beiden Multitalente die Balance zwischen einer im Kern ernsten Zuwendung der auch filmisch sicherlich nicht unerforschten Adoleszenz und dem sehr aufrichtigen Humor. The Way, Way Back ist die souveräne Umsetzung einer weitgehend standesgemäßen Geschichte über die Schwelle zu Erwachsensein mit einigen Höhepunkten, die die Dramödie von Nat Faxon und Jim Rash durchaus sehenswert machen.

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