Freitag, 30. August 2013

Planes

Statt Automobilen nun also Fluggeräte. Als Abkömmling der animierten Disney-Pixar-Kollaborationen Cars (2006) und Cars 2 (2011), die zusammen über eine Milliarde US-Dollar erwirtschaftet haben, starten jetzt die Planes im Kino. Ein Sequel, das Waldbrandbekämpfung aus der Luft thematisieren wird, befindet sich längst in der Herstellung. Auch an Zweckentfremdungen weiterer humanoider Fortbewegungsmittel arbeitet man längst, Filme wie "Trains" oder "Boats" sind wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Gemäß dem Schema der Cars-Franchise können auch die Flugzeuge im erste Spin-Off sprechen, sie sind verniedlichte, hemmungslos vermenschlichte Maschinen. Protagonist der simpel gestrickten Erzählung von Planes ist das Sprühflugzeug Dusty Crophopper, der seiner etwas unpässlichen Höhenangst trotzt und an einem legendären Flugrennen teilnimmt. Unterstützt von einem ausrangierten Marineflieger, einem befreundeten Tanklaster und einer engagierten Gabelstaplerdame, versucht Dusty den Sprung vom belächelten Underdog zum sensationellen Newcomer. Bald muss der unerfahrene Idealist lernen, dass der globale Wettkampf keineswegs nur mit lauteren Mitteln ausgetragen wird.

Als überaus praktisch für die Vermarktungsstrategie von Disney/Pixar erweist sich die Weltreise, die das Wettfliegen mit sich bringt. Von New York führt der Trip auf direktem Wege nach Bayern – alle erwartbaren Klischees selbstverständlich eingeschlossen. Einen Hauch Bollywood versprüht der nächste Zwischenstopp in Indien. Kaum auf chinesischem Boden angelangt, rückt der erste Tablet-Computer ins Bild – das "Sky-Pad". Schließlich muss Mexiko stellvertretend für alles ansatzweise Spanische, nein: Südländische herhalten. Hier werden die internationalen Märkte des Films gleich offen auf der Leinwand erschlossen.

Bleibt das leidige Thema Militainment. Den Verdacht während des Filmes bestätigt die beiläufige Danksagung im Abspann: Dass das US-Militär in Planes einen verdächtig makellosen Eindruck hinterlässt, ist alles andere als ein Zufall. Disney/Pixar müssen sich, das weiß man aus vergangenen Kooperationen, die Hilfe des Pentagons mit dem vielleicht höchsten Gut der Filmproduktion erkauft haben – dem kontrollierenden Eingriff in Drehbuch und dessen Umsetzung. Neu ist diese skandalöse Praxis nicht, auch nicht beim Disney-Konzern. Ein Novum ist die unmoralische Zusammenarbeit jedoch im Falle des Animationsfilms, der die Behauptung endgültig ad absurdum führt, alleine die realistisch-akkurate Darstellung der Armee sei das Ziel der Unterstützung. Aus Sicht des amerikanischen Verteidigungsministeriums ist dieses Feld freilich ein besonders attraktives – lässt es die Werbe- und Rekrutierungsabsichten doch gleich in der jüngsten Altersgruppe ansetzen.

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