Freitag, 22. März 2013

De l'autre côté du périph (Ein MordsTeam)

Der immense Erfolg von Intouchables - hierzulande als Ziemlich beste Freunde ein Fall für die Rekordbücher - zieht seine Kreise. Nur der überwältigenden Resonanz auf den eigentlich durchschnittlichen Film ist es zu verdanken, dass auch De l'autre côté du périph eine wohl sonst unwahrscheinliche Aufmerksamkeit erfährt. Die Verbindung zwischen beiden Werken besteht im Mitwirken eines der Hauptdarsteller, Omar Sy.

Ein MordsTeam, wie sich der Film in Deutschland nennen muss, ist eine harmlose Cop-Komödie, die mit den Gegensätzen der Pariser Großstadt und der rauen Banlieus spielt. Ein weißer Starermittler aus Paris (Laurent Lafitte) und ein schwarzer Cop (Sy) aus der Vorstadt werden beauftragt, gemeinsam den Mord an der Frau eines Großindustriellen aufzuklären. Dieser scheint mit einem laufendem Arbeitskampf zusammenzuhängen, der die Stadt lahmlegt. Bei ihrer Suche nach dem Täter geraten die grundverschiedenen Polizisten auch in das fremde Metier des jeweils anderen.

Im Zuge seiner fluffigen Handlung greift Ein MordsTeam Dutzende hinlänglich bekannter Polizeifilmklischees auf, angeführt freilich von dem wahrscheinlich ältesten des ungleichen Partnerpaares. Die von Sy verkörperte Figur des Ousmane Diakhité bietet dabei die einzige kleine Variation: Der fröhliche Sprücheklopfer ist nämlich in Wahrheit nicht einmal (mehr) in jenem Vorort willkommen, in dem er einst aufgewuchs. Immerhin verrät der Film von David Charhon in seinen zahlreichen Verweisen auch ein gesundes Bewusstsein für die französischen und Hollywood‘schen Genre-Vorgänger.

Die Kriminalhandlung von De l'autre côté du périph bewegt sich dagegen auf solidem „Tatort“-Niveau, das hauptsächliche Motiv changiert zwischen privater Leidenschaft und der - auch im TV-Entertainment längst standesgemäßen - ganz großen Verschwörung. Unterm Strich bleibt somit witzige, gut gespielte Unterhaltung, die ohne den Triumph der Ziemlich beste Freunde wohl in Deutschland das alltägliche Schicksal des Direct-to-Heimkino-Releases ereilt hätte.

Keine Kommentare: