Bruce Willis, Morgan Freeman, John Malkovich, Hellen Mirren, Richard Dreyfuss, Brian Cox – das ist eine Schauspieler-Lineup, die Eindruck hinterlässt. Auch der Name des Mannes hinter der Kamera, der dieses Klassentreffen großer Namen verantwortet, ist kein unbekannter – und verwundert doch: Robert Schwentke ist der Regisseur der rasanten Actionkomödie RED. Wie sicher der Stuttgarter, mit Flightplan und The Time Traveller’s Wife unlängst in Hollywood angekommen, das Schaulaufen der Superstars im Griff hat, davon zeugt das sehenswerte Ergebnis seiner Arbeit: RED ist ein turbulenter Kinospaß mit irrer Story, der dennoch stets luftig und locker daherkommt. Das ist zunächst dem kreativen und schwarzhumoresken Drehbuch des Films zu verdanken, das wiederum auf einer eher unbekannten Comicserie beruht.
RED ist andererseits ein weiterer Film über das Alter und stellt der beeindruckenden Kollektion nicht mehr ganz blutjunger Star-Darsteller eine würdige Erzählung an die Seite. Samt und sonders handelt es sich bei den rüstigen Pensionären nämlich um ehemalige CIA-Killer, die wegen ihrer Beteiligung an einem folgenschweren Einsatz vor Jahrzehnten kaltgestellt werden sollen. Denn „R.E.D.“ ist ein Akronym und steht für „Retired (and) Extremely Dangerous“, was der deutsche Verleih mit der arg platten Tagline „Älter, härter, besser“ aufzunehmen versucht.
Mit der nötigen, aber sicher nicht selbstverständlichen Selbstironie amüsieren sich Freeman, Willis & Co. über das eigene Älterwerden, stellen aber gleichzeitig ihre weiterhin unbestreitbare Action-Tauglichkeit unter Beweis. Dennoch verkommt RED nie zu einer aufgepimpten Rentnerveranstaltung. Nicht von der Hand zu weisen ist nämlich einerseits, dass die jung gebliebene Mittvierzigerin Mary-Louise Parker der Altherren-Reunion (plus schießwütige Dame) beizeiten die Show stiehlt. Die dankbar flotten Sprüche der einzigen Nicht-Geheimdienstlerin des gesamten Drehbuches platziert Parker mit glänzendem Timing und avanciert schließlich zur unangefochtenen Identifikationsfigur des Films. Zweitens gelingt es Karl Urban, der Figur des eigentlichen Antagonisten – des Agenten, der die „REDs“ in den endgütigen Ruhestand versetzen soll – eine merkwürdige Liebenswürdigkeit abzugewinnen, die dem eigentlichen Klischee der Rolle herrlich entgegenläuft.
Auch wenn RED keine Neuerfindung der Actionkomödie darstellen mag, ist Schwentkes Film ein erfrischend unterhaltsamer Kinospaß, der klug ersonnen und ansprechend umgesetzt worden ist.
Wertung: ■■■■■■■■■■□□□□□ (10/15)
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