Es ist die klassische Mär des vermeintlich hässlichen Entleins: Eine minimal überproportionierte Physiotherapeutin lebt, obwohl schon Mitte 30, noch beim fürsorgenden Papa und will den rechten Partner partout nicht finden. Jeder findet die gewitzte Leslie Wright auf Anhieb grundsympathisch – doch ebendas ist das Problem: Männer sehen in Leslie eher den netten Kumpeltyp denn die Frau fürs Leben. Zufällig lernt Leslie eines Tages Scott McKnight kennen, den Superstar der Basketballliga NBA – auf den es ihre äußerst attraktive und unbedingt heiratswillige Schwester Morgan angesehen hat. Es kommt, wie es kommen muss: Scott freundet sich mit Leslie an – und ehelicht die hübsche Morgan. Erst als Scott eine schwere Verletzung erleidet, die seine Karriere ernsthaft gefährdet, ändert sich alles.
Der Lichtblick dieses ansonsten in der Kategorie solider Durchschnitt zu verbuchenden Werkes ist Common, der heimliche Star von Just Wright. Dass der junge Mann mit dem bürgerlichen Namen Lonnie Lynn nicht in das übliche Schema „erfolgreicher Musiker wird zum mittelmäßigen Schauspieler“ passt, verrät bereits der Status Commons im Hip-Hop-Zirkel. Dort ist Common zwar ein weithin anerkannter Künstler, aber eben kein Mainstream-Rapper mit uneingeschränkter Radiotauglichkeit. Stattdessen verdingt er sich seit rund 15 Jahren als nachdenklicher Straßenpoet mit samtweicher Stimme, der zumeist mit vollständiger Live-Band tourt. Auch ins Filmgeschäft ist Common nicht etwa Hals über Kopf – d.h. in Form einer auf den Leib geschnittenen Hauptrolle – gestürzt, sondern betont behutsam durch die Hintertür. Statt 8 Mile oder Get Rich or Die Tryin’ etabliert sich Common in der Nachbarindustrie zunächst über kleine Nebenrollen und ernsthaften Schauspielunterricht. Auch in Just Wright übernimmt er nun allenfalls den Part des Co-Protagonisten, denn die zentrale Figur der Erzählung und Namensgeberin des Titels wird von einer anderen Ex-Rapperin gespielt, Queen Latifah. Die ist ihrerseits freilich längst in Hollywood angekommen und seit ihrem Auftritt in Chicago immerhin Oscar-Nominee. Latifah gibt die lebenslustige und doch beziehungsfrustrierte Leslie in gewohnt schlagfertiger Manier. Neben seiner ebenbürtigen darstellerischen Eignung beeindruckt die Sporttauglichkeit Commons, der als Starspieler auch für Basketballkenner uneingeschränkt glaubwürdig ist. Auch insgesamt liegt in den erstaunlich aufwendigen und realistischen Spielszenen, in denen zahlreiche echte Stars zu bewundern sind, zumindest für alle Fans der NBA ein zusätzlicher Gewinn.
Dennoch bleibt Just Wright letztlich ein bis zum unvermeidlichen Ende zu formelhafter Film, der als nette Romantic Comedy mit guter Besetzung und sportlicher Note als unverfängliche Abendunterhaltung aber durchaus taugt.
Wertung: ■■■■■■■■□□□□□□□ (8/15)
© T. Richter (filmversteher@gmail.com), Oktober 2010
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen