Dienstag, 31. August 2010

THE EXPENDABLES (ab 26.08.2010)

Bereits seit sich vor einem Jahr erste Gerüchte über ein Gipfeltreffen der versammelten Action-Stars und -Opas Hollywoods als real erwiesen haben, dürfte klar sein, was von The Expendables zu erwarten ist. Jener Streifen, in dem Sylvester Stallone als Regisseur und Hauptdarsteller Schwergewichte wie Dolph Lundgren, Mickey Rourke, Jason Statham und Jet Li um sich schart, würde vor allem eines bieten: tonnenweise absurde Action. Auch dass das ebenfalls von Stallone mitverantwortete Drehbuch kaum diese Bezeichnung verdient, sollte nicht überraschen. Tatsächlich versammelt The Expendables nicht nur ein volles Dutzend bekannter Haudrauf-Mimen, sondern ein wesentlich umfangreicheres Sammelsurium einschlägiger (!) Klischees. Mit seinem Trupp natürlich ganz knallharter Killermaschinen soll Stallone eine kleine Insel im Golf von Mexiko von seinem grausamen Diktator befreien – und vom amerikanischen Anzugträger, der im Hintergrund die Fäden zieht. Natürlich hat das Eiland auch eine einzige schöne Frau hervorgebracht, natürlich ist die Dame die Tochter des Diktators und natürlich obendrein der lokale Kontakt der Befreier. Wie die heilsbringenden Amerikaner das – immerhin ebenfalls von einem Ami verschuldete – Chaos aufmischen, das geschieht freilich auf Kosten Hunderter Statisten und mit Hilfe der Dreijahresration Dynamit eines mittelgroßen Steinbruchs.

Wäre das alles klar ironisch gemeint, man könnte seinen bescheidenen Spaß an diesem heillosen Tohuwabohu finden, das vor lauter Hektik, Dunkelheit und Schnittfrequenz nur selten Freund von Feind unterscheiden lässt. Eine augenzwinkernde Selbstreflektion bietet The Expendables aber allenfalls punktuell. Einzig der Kurzauftritt Arnold Schwarzeneggers – neben Stallone selbst komplettiert Bruce Willis den Trialog – gerät zu einem großen Spaß, eine Anspielung auf des Gouvernators tatsächliche politische Ambitionen inklusive. Darüber hinaus nimmt Regisseur Stallone sich und die gesamte Idiotie der Handlung aber erschreckend ernst. Humor sucht dieser Film allenfalls in der gesteigerten Durchschlagskraft von Waffen oder den üblichen frauenfeindlichen Sprüchlein, die so öde sind, dass man sie mit einem Schulterzucken neutralisieren kann. Diese Beliebigkeit trifft auch den gesamten Film, dessen Titel wieder einmal die perfekte Steilvorlage zu seiner eigenen Aburteilung liefert: The Expendables ist in der Tat genau dies: lahm, trivial und ziellos – eben verzichtbar.

Wertung: ■■■■■□□□□□□□□□□ (5/15)

© T. Richter (filmversteher@gmail.com), August 2010